ABSTAND

Über Nähe und Ferne..

Die Themenserie „Abstand“ beschäftigt sich mit den Raum und der Position als Metapher für zwischenmenschliche Beziehungen.

 

Die düsteren und morbiden Gedichte folgen teilweise Reimschemata, aber keinem Versmaß.

Angelehnt an die Expressionisten Gottfried Benn und Georg Trakel findet sich der menschliche Körper

in seiner Organik und fleischlichen Lust oft als Motiv wieder.

 

Informationen zum dazugehörigen Video finden Sie hier.

 

Gedichtband mit 14 Gedichten und Illustrationen.

Februar 2018

 


 

Im dunklen Versteck ergibst du dich,

 

bleibst liegen und vergiftest mich.

 

Mit deiner Art der Unlust und Vergebung –

 

Gefällst dir selbst in deiner Lähmung.

 

 

 

Ich hab es satt, dass du dich nicht bewegst.

 

Hab satt, dass du nicht mal von selber stehst.

 

Dein schwerer Körper, voll mit meinem Schweiß

 

sinkt in den Boden und ich weiß:

 

Es nützt nichts, dich zu bewegen,

 

dich zu drehen und zu wenden.

 

Meine Kraft hier zu verschwenden.

 

 

 

Es ist Zeit den Raum zu schließen.

 

Sollst doch in aller Stille ruhig verwesen.

 

Wirst selbst zum Boden. – Ich zur Wand.

 

Zur Mauer die dich nun umgibt.

 

Dir Schatten spendet, den Wind vertrieb.

 

Die Welt erzittert, sobald ich dich berühre.

 

Du bist der Grund. Du bist die Erde.