3:47

3:47

Es ist kein Mann und nicht das Geld,
dass mich heut Nacht vom Schlaf abhält.
Es ist die Mücke,
denn die Zicke
saugt mich aus
und ich antworte
mit viel Applaus.

Das Schienbein zerstochen,
die Fußzehn gequollen.
Selbst meine Lippe ist geschwollen.

Ich schabe mich am Bettgestell,
dann mach ich Licht an!
Ich muss es töten und zwar schnell!

Im hellen, weiten Lampenschein
bin ich still und warte.
Doch als ich dann zum Schlag aushole
um mich endlich zu befrei´n
schwirrt sie weiter!
Das kann nicht sein!

Immer wieder sitzt sie auf der blauen Wand
und ich hau drauf. - Leicht außer Rand und Band.
Aber das Ding ist mir schon auf der Spur.
Ich hinterlasse nichts. Außer einer tiefen Wandstruktur.

Das Vieh bekomme ich nicht totgeschlagen.
Ich versteh das nicht!
Denn mit gefühlt zwei Litern Blut im Magen
muss man doch irgendwann mal langsam fliegen!
Scheiß Insekt, ich werd´ dich kriegen.

Es folgt ein Kampf, wie er im Buche steht.
Mit Pistolen und Kanonen schlage ich zurück.
Doch das Tier sticht weiter ohne Sorgen.
Die Sonne geht auf. Es ist schon Morgen.

Mit wirrem Haar und (der Hitze geschuldet) nur in Schlüpfer
steh ich im dunklen Zimmer und vermeide einen Hüpfer,
als sich das Drecksvieh summend auf mein Knie verirrt.
Ich schlage zu bis nichts mehr schwirrt.
- Als die Blutroulade endlich platzt.
Hurra, ich hab sie totgeklatscht!

Jetzt ist´s halb sechs und ich bin ehrlich.
Jetzt bin ich wach. Schlafen kann ich eh nich.
Ich stehe auf und fluche über meine Parasitengicht.
Setz´ mich hin... und schreibe ein Gedicht.

 

L. M. M. Stark